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Präambel

Das Katholische Bildungsforum im Kreisdekanat Coesfeld ist eine Einrichtung der Erwachsenenbildung und Familienbildung, in der die Katholischen Familienbildungsstätten Coesfeld, Dülmen, Lüdinghausen, Selm, und Werne sowie das Katholische Kreisbildungswerk zusammengeschlossen sind. Es stellt eine Einrichtung der Weiterbildung für individuelles und gemeinsames Lernen in allen Bereichen des persönlichen, sozialen und familiären Lebens dar. Das Angebot der Einrichtung ist offen für alle, unabhängig von Weltanschauung und Konfession. Es versteht sich als Form kirchlichen Engagements in der modernen, weitgehend säkularisierten Welt, in der „geistige Auseinandersetzung und das Zusammenleben in Verschiedenheit erfahren, geübt und gesichert werden kann“1. In einer differenzierten Gesellschaft, die von einem raschen Wandel und einem pluralen Weltanschauungsangebot gekennzeichnet ist, verhilft das Katholische Bildungsforum zur persönlichen Meinungsbildung und einem verantworteten Standpunkt im Werte- und Verhaltenspluralismus. Ziel des Katholischen Bildungsforum ist es, die umfassende personale, familien-, politisch-soziale, werte- und normenorientierte und berufliche Bildung des Einzelnen und von Familien auf der Grundlage des christlichen Menschen- und Weltbildes zu unterstützen. Das Katholische Bildungsforum verfolgt durch seine dialogische Form in Gruppen und Begegnungen den Menschen Orientierungshilfe angesichts der neuen Unübersichtlichkeit im Informationszeitalter anzubieten und so einer „Enteignung des Denkens“2 entgegenzutreten. Diesem Auftrag stellt sich das Katholische Bildungsforum in vierfacher Hinsicht:

Im Blick auf die Person

Das Katholische Bildungsforum leistet einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklungund ganzheitlichen Entfaltung des Menschen. Es fördert die intellektuellen, emotionalen, kreativen und praktischen Kräfte und Fähigkeiten und unterstützt dadurch maßgeblich die Ausbildung einer personalen Identität. In seinen unterschiedlichsten Angeboten vermittelt das Katholische Bildungsforum „Lebenswissen“ und legt besonderen Wert auf die soziale Dimension. Kommunikative Kompetenz, Konfliktfähigkeit, Einfühlungsvermögen und Ausdrucksfähigkeit sind dabei Lernziele, denen sich das Katholische Bildungsforum verpflichtet fühlt. Darin entspricht der Auftrag des Katholischen Bildungsforums dem Grundauftrag der Kirche in ihrem Selbstverständnis des zweitenvatikanischen Konzils, in dem sie sich solidarisch erklärt mit „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute“.3 Die Leitziele des Katholischen Bildungsforums sind verankert im Sendungsauftrag der Kirche.4

Im Blick auf die Familie

Das Katholische Bildungsforum nimmt Familien in ihren unterschiedlichen Formen in den Blick. Fragen von Partnerschaft, Familie und Erziehung, des persönlichen Verhaltens und der sozialen Einstellung spielen daher in der Familien- und Erwachsenenbildung eine besondere Rolle. Das Katholische Bildungsforum unterstützt und begleitet Familien in den unterschiedlichen Lebenslagen, vor allem in schwierigen Lebenssituationen und Umbrüchen. Die Stärkung von Handlungs- und Kommunikationskompetenzen und Ressourcen zur Gestaltung der Familienlebens, der Erziehung von Kindern und des konstruktiven Umgangs mit Konflikten sind eine zentrale Zielsetzung. Dabei steht die Stärkung und Entwicklung der elterlichen Erziehungskompetenz, der Beziehungskompetenz, der Gesundheits- und der Alltagskompetenz im Vordergrund vieler Angebote. Neue Formen des niedrigschwelligen Zugangs insbesondere zu (bildungsfernen) Familien und generationsübergreifende Angebote zwischen Jung und Alt, sollen ausgebaut und weiterentwickelt werden.

Im Blick auf die Gesellschaft

Das Katholische Bildungsforum stellt sich dem Weiterbildungsauftrag des Staates und fördert damit den „mündigen Bürger“, der Grundvoraussetzung für ein demokratisches Gemeinwesen ist. Es bietet ein Forum für öffentliche Auseinandersetzung über gesellschaftlich bedeutsame Fragen und bringt christliche Sichtweisen und Standpunkte in den Diskurs ein. Dadurch leistet das Katholische Bildungsforum mit seinen vielfältigen Veranstaltungen einen Beitrag zur Stärkung der Demokratie und der Mitgestaltungs- und Partizipationskompetenz. Mitarbeit in Formen der Selbst- und Nachbarschaftshilfe, des ehrenamtlichen/freiwilligen und bürgerschaftlichen Engagements werden durch gezielte Angebote und Fortbildungen initiiert und weiterentwickelt.

Im Blick auf Glauben und Kirche

Das Katholische Bildungsforum greift theologische Fragestellungen auf, vermittelt Glaubenswissen, fördert die Reflektion kirchlicher und religiöser Praxis und die kritische Auseinandersetzung damit. Es bietet nicht selten Menschen, die gemeindlich nicht (mehr) gebunden sind, eine geistige und kirchliche Heimat.5 Durch seine besondere Sensibilität für religiöse Fragen begreift sich das Katholische Bildungsforum als Lernort des Glaubens und als Ermöglichungsraum, dem „Glaubenssinn der Gläubigen“6 Gestalt und Gehör zu geben. So versteht sich das Katholische Bildungsforum als Wegbegleiter für Menschen, die sich als Suchende im Glauben verstehen. Es verfolgt dabei das Ziel, die innerfamiliäre Kommunikation zu fördern und die religiösen Dimensionen des Zusammenlebens in der Familie zu entfalten.

Umsetzung

Die Einrichtungen des Bildungsforums sind Orte des lebendigen Lernens und der Begegnung für Familien, Frauen und Männer in verschiedenen Lebensphasen und Lebensformen, sowie für Kinder und Jugendliche. Die Arbeit richtet sich an Menschen aller Alterstufen, sozialer Schichten, Konfessionen und Staatsangehörigkeiten. Den gesetzlichen Rahmen bildet das Weiterbildungsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen sowie das Kinder und Jugendhilfegesetz (KJHG §§1-10 und §16). Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstehen Weiterbildung als dialogisches Geschehen, das von einem wertschätzenden Umgang der Menschen miteinander geprägt ist. Die Weitergabe von Wissen und die Vermittlung von Fertigkeiten geschieht personal. Ohne personale Bindung können Wissen und Werte keine motivierende Kraft entfalten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erkennen die örtlichen Bildungsbedarfe und greifen sie auf. Sie sind kreativ im Denken und motiviert, Neues auszuprobieren. Sie entwickeln bedarfsorientiert neue Konzepte und haben Visionen für zukünftige Arbeit und zielgruppenspezifische Angebote und reflektieren die gesellschaftliche Situation von Familien und unterstützen Familien bei der Umsetzung von Forderungen im familienpolitischen und kirchlichen Raum.

Personal

In den Einrichtungen des Bildungsforums arbeiten hauptberufliche, nebenberufliche und ehrenamtliche MitarbeiterInnen mit dem Ziel, bedarfsorientiert und qualitativ hochwertige Erwachsen- und Familienbildung im Kreisdekanat Coesfeld zu gewährleisten. Der Schwerpunkt der Arbeit der hauptberuflichen pädagogischen MitarbeiterInnen liegt im Bildungsmanagement, in der Marktbeobachtung, Angebotsentwicklung, Referentengewinnung, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung sowie in die Begleitung und Evaluation der Bildungsarbeit. Die hauptberuflichen pädagogischen MitarbeiterInnen sind aufgrund ihrer fachlichen und pädagogischen Kompetenz wesentlicher Schlüssel der Qualitätssicherung. In ihren jeweiligen Fachbereichen arbeiten sie mit hoher Eigenverantwortlichkeit und mit großem Engagement. Die Honorarmitarbeiterinnen führen als ReferentInnen und KursleiterInnen den Großteil der Bildungsveranstaltungen durch. Sie zeichnen sich durch hohe fachliche Kompetenz aus. Sie bringen zusätzlich Empathie, Kenntnisse und Erfahrungen in der Gesprächsführung und ein breites Spektrum von erwachsenen- und kindgerechten Methoden in der Bildungsarbeit mit. Soziales Engagement und die Identifikation mit der eigenen Einrichtung bewirken eine besondere Nähe zu den TeilnehmerInnen. Die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen stellen eigenverantwortlich und ortsnah ihre Programme auf. Sie nutzen die Chancen der dezentralen und gemeindenahen Arbeitsweise. Sie werden durch Beratung, Verwaltungshilfe, technische Unterstützung sowie Vertretungs- und Vermittlungsaufgaben durch die hauptamtlichen MitarbeiterInnen unterstützt und begleitet.

Kooperationen

Die Teileinrichtungen der Familien- und Erwachsenenbildung im Katholischen Bildungsforum sind in ein Netzwerk weiterer Bildungs-, Sozial- und Dienstleistungen im kirchlichen und außerkirchlichen Bereich eingebunden. Kooperation und Vernetzung hat für das Bildungsforum und die ihm angeschlossenen Teileinrichtungen einen besonderen Stellenwert. Kooperationspartner sind u.a. Pfarrgemeinden, Kindertageseinrichtungen, Familienzentren, Krankenhäuser, Schulen, Volkshochschulen, Altenhilfeeinrichtungen, Beratungsstellen und kommunale Verwaltungen, kirchliche und außerkirchliche Vereine und Verbände. Ziel der Vernetzungsarbeit ist es, die Effektivität der Bildungsarbeit zum Wohle des Einzelnen und der Familien zu stärken. Durch Mitgliedschaften und Mitarbeit in regionalen, Landes- und Bundesarbeitsgemeinschaften beteiligt sich das Bildungsforum maßgeblich am bildungspolitischen Diskurs und nimmt politische Interessensvertretung wahr. Es trägt so zur Stabilisierung der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen der qualifizierten Erwachsenen- und Familienbildung vor Ort bei.

Organisation

Träger des Katholischen Bildungsforums ist der Regionalverbund der Katholischen Erwachsenenbildung und Familienbildung im Kreisdekanat Coesfeld e.V. Die Geschäftsführung ist in einer Geschäftsführungsordnung geregelt.

Qualitätssicherung

Zur Sicherung und Verbesserung der Qualität der Bildungsarbeit im Kreisdekanat Coesfeld beteiligt sich das Katholische Bildungsforum aktiv am Qualitätsmanagement-System des Bistums Münster nach den Richtlilien des Gütesiegelverbunds Weiterbildung NRW. Dieses Leitbild gilt analog dem Rahmenleitbild des Bistums Münster.

1 vgl. gemeinsame Synode der Bistümer der Bundesrepublik Deutschland, Würzburg 1972
2 vgl. Bischof Lettmann, Diözesantag der Kath. Erwachsenenbildung 1986
3 Vgl. Gaudium et spes 1
4 „Es geht um die Rettung der menschlichen Person, es geht um den rechten Aufbau der menschlichen
Gesellschaft“ (vgl. Gaudium et spes 3).
5 vgl. M. Eberts, „Pastoral der Zwischenräume“
6 vgl.Vat.II

Stand März 2008